5. Männerzeit vom 22. – 25.9.2016

in der Windberg-Gemeinschaft in Beichlingen bei Erfurt

Wie Männer lieben
… und wie sie lieben könnten

Ein Angebot für Männer, die Kunst des Liebens zu erforschen

 

Empfindest du dich selbst als Liebenden?

Siehst Du dich eher als liebesfähig oder als liebesunfähig, als abhängig und bedürftig oder als erfüllt und gebend?

 

In der Liebe sind wir Viele: liebender Vater, Partner, Liebhaber, Nächstenliebender, Feindesliebender, sozial Engagierter, Gottliebender. Auch die Formen der Liebe sind vielfältig: Selbstliebe, Nächstenliebe, erotische Liebe, Elternliebe... 

Wir wollen unterscheiden lernen

In unserer Männerzeit wollen wir die reife und erwachsene Liebe wie auch die abhängige und unbewusste Liebe erforschen. Männer sind oft unsicher in der Liebe, sie stecken irgendwo zwischen Alltag, Kitsch, Beziehungsstress, Porno und All-Eins-Sein. Sie sind manchmal emotional überfordert - und dennoch: Sie stehen ihren Mann in der Liebe. Oft sind sie handfest und treu, sie bauen und versorgen, sie lieben ihre Kinder und den Sex, sie unterstützen ihre Frauen und manchmal hören sie sogar zu … und immer öfter spüren, wissen und sagen sie klar, was sie fühlen und denken.

Wo stehst du in der Liebe?

Wenn wir aus der romantischen Idee von Liebe aussteigen, können wir lernen zu unterscheiden zwischen Liebessucht und produktiver Liebe, zwischen Verschmelzung und zwischen „mir“ und „dir“. Differenzierung in der Partnerschaft bedeutet einander als unterschiedlich zu erkennen und anzuerkennen. Wir alle haben schmwerzhaft erfahren: Die Phase der Verliebtheit und der Einheit hält nicht ewig. Wenn Liebe gelingen will braucht sie Wachstum, Erkenntnis und Freiheit. Der Paartherapeut Peter Schellenbaum plädiert für ein offenes Nein in der Liebe, denn nur so wird ein Ja für die Liebe möglich. 
Der Dichter Rainer Maria Rilke meint, das Höchste, was wir einander schenken können ist es „Begleiter in der Einsamkeit“ zu sein. Er sagt: 

„Lernt die Weite zwischen euch zu lieben“

Was Ihr bei uns erfahren könnt

Wir präsentieren euch kein neues Liebesideal, sondern Räume und unterschiedliche Perspektiven für die Erfahrung von Liebe - und auch für das Scheitern in der Liebe. Wir fragen:

Wie liebst Du? Wie möchtest du lieben?

Der Raum, den wir zwischen uns Männern kreieren, zeigt schon unser Verständnis von Liebe: Wir sind Gleiche, aber wir sind nicht gleich. Wir möchten dich ermutigen, dich als einzigartigen Liebenden zu sehen und dein Selbstbild zu erweitern - im liebevollen und herausfordernden Blick der andern Männer. Du kannst einige Fallstricke und Wege der Liebe kennen lernen. Du lernst, deine Sehnsucht nach Liebe, Lieben und Geliebtwerden besser zu verstehen, im Dialog und in der Selbsterfahrung, aber auch durch geistige Inspirationen, evolutionäre Sichtweisen und Philosophien zur Liebe. Wir fragen:

Wo stehen wir in der Evolution der Liebe?


Einige Themen der Männerzeit:

Sexualität in der Partnerschaft:
Wenn in einer längeren Beziehung das Anfangsfeuer nachlässt, du dich geöffnet hast und ihr gegenseitig an eure Wunden kommt, wird Sex intim und verletzlich und es braucht es eine vertiefte und heilsame Sexualität für eine gelingende Partnerschaft.

Reife statt romantische Liebe:
Wenn das romantische Liebesideal zerbricht, der Partner sich entzaubert und die Liebe einem nicht mehr von selbst zufließt, braucht es eine aktive liebende Haltung, die gemeinsames Wachstum ermöglicht.

Ursachen für männlichen Herzverschluss:
In der Liebe geht es um Gefühle und da sind Männer oft unsicher und verschlossen. Sie empfinden sich als Analphabeten und die Frauen als Spezialistinnen der Liebe. Doch in unserem männlichen Herzen ist ein Schatz verborgen, der viel zu geben hat.

Archetypen und Rollen als Liebhaber:
Wir wollen spielend die unterschiedlichen Facetten des liebenden Mannes erkunden und die dir angemessenen Rollen und Spielmöglichkeiten herausfinden.

Verbindung zum Vater und Abnabelung von der Mutter:
Viele Männer sind Muttersöhnchen und ihnen fehlt die Verbindung zur väterlichen Kraft. Doch die brauchen wir, um erwachsene Liebende zu werden und ein Gegenüber der Frauen sein zu können.

„Wer sich in der Liebe langweilt, ist noch nicht aufmerksam genug.“

Werkzeuge und Erfahrungsräume

In unserem erfahrenen Team arbeiten wir prozessbezogen im Kontakt mit dem Moment und den Bedürfnissen der Männer und nutzen dafür ein breites Spektrum an Werkzeugen und gestalteten Erfahrungsräumen.

Methoden: Körper- und Energiearbeit, Zwiegespräche, Wahrnehmungsübungen, systemische Aufstellungen, Rollenspiele, Forum, Archetypenforschung, Rituale der Kraft, Meditation, Tanz, Gesang

Räume: künstlerisches Männerfest, kollektive Reflexionsräume, open space, Naturerfahrung, thematische Vorträge

Ist Lieben politisch?

Wir wollen auch die Situation in der Welt einbeziehen. In unserer komplexen Zeit braucht es einerseits eine Fokussierung und Schutzräume für die Entwicklung der Sexualität und der Liebe, sonst werden wir verschluckt von der Vielfalt der Themen. Andererseits bedeutet Intimität nicht romantische Privatheit, sondern mutigen Forschergeist. Die Liebe ist eine soziales Kunstwerk: Du musst sie selbst gestalten, aber du kannst es nicht alleine tun. Auch nicht alleine mit deiner Partnerin. Die Welt drängt immer in deine Liebe hinein, sei es in deine inneren Bilder und Muster, sei es in Form konkreter Menschen und Herausforderungen. Liebe ich nur das, wo ich in „Symbiose“ gehen kann oder kann ich auch das Herausfordernde, das Fremde, das ganz-Andere lieben?

„Es ist ein Kennzeichen der immer narzisstischer
werdenden Gesellschaft von heute, dass der »Andere« verschwindet.“

(Byung-Chul Han)

Wie können wir als Liebesforscher die Komfortzone verlassen?

Aktuell sind es z.B. die Flüchtlinge, aber auch die „Rechten“, die uns herausfordern, unsere Liebesfähigkeit auszudehnen. Es braucht eine Politik ohne Feindbilder, damit unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht. Als Liebende können wir lernen, uns in die Schuhe des anderen zu stellen. Vielleicht kannst du dem „Rechtsradikalen“ zuhören, der dich anpöbelt oder dem „Flüchtling“, der dir Angst macht.

  • Wo stehen wir mit unseren männlichen Themen in diesen Konflikten?
  • Können wir die männliche Präzision im Zerstören durch männliche Präsens im Lieben aufhalten?
  • Wo sind die Männer, die kraftvoll und klar in die Welt wirken?
  • Was können wir tun, ohne es zu „machen“?

Die Männerzeit 2016 stellt Fragen, damit wir in die Antworten hineinwachsen können.
Wir freuen uns auf die Entdeckung der männlichen Seite der Liebe.